“Das falsche Gewicht” de Joseph Roth

Club de Lectura d’Alemany
Dilluns 9 de novembre a les 19’30h
“Das falsche Gewicht” de Joseph Roth

La primera lectura de l’any del nostre Club de Lectura d’Alemany és la novel·la de Joseph Roth titulada El pes fals/El peso falso, editada en castellà per Siruela (2003) i en català per Edició la Guineu (2005). Aquí teniu la fitxa de lectura que hem repartit entre els integrants del club.

rothDer Autor
Moses Joseph Roth wurde am 2. September 1894 als Sohn des Holz- und Getreidehändlers Nachum Roth und dessen Frau Maria in Brody bei Lemberg (Lwiw) geboren. Die galizische Stadt gehörte damals zur Habsburger Doppelmonarchie. Der Vater kehrte noch vor der Geburt seines Sohnes nicht von einer Geschäftsreise zurück. Nach dem Abitur in Brody immatrikulierte Joseph Roth sich 1913 für ein Germanistikstudium an der Universität Lemberg und wechselte im Jahr darauf zur Universität Wien.

Im August 1916 kam er zum Militär, wurde aber 1917 zum Pressedienst versetzt. Sein wegen des Krieges abgebrochenes Germanistikstudium nahm Joseph Roth auch nach dem Ersten Weltkrieg nicht wieder auf. Stattdessen wurde er Journalist, zunächst bei der Wiener Zeitung “Der Neue Tag” und 1920 für verschiedene Zeitungen in Berlin. Am 5. März 1922 vermählte Joseph Roth sich mit der Wienerin Friederike Reichler. Mit ihr kehrte er 1923 nach Wien zurück und schrieb auch dort für mehrere Zeitungen. Als Feuilletonkorrespondent der “Frankfurter Zeitung” ging er 1925 nach Paris. Weil er diese begehrte Aufgabe 1926 an Friedrich Sieburg abtreten musste, entschädigte ihn die Zeitung mit einer Reportage-Reise durch die Sowjetunion. Danach wendet er sich vom Sozialismus ab.
Friederike erkrankte 1928 an Schizophrenie und musste in eine Nervenheilanstalt eingewiesen werden. (Sie wurde 1940 von den Nationalsozialisten ermordet.) Der Schicksalsschlag warf auch Joseph Roth aus der Bahn, und vermutlich begann in dieser Zeit seine Alkoholabhängigkeit.

1929 kündigte Joseph Roth bei der “Frankfurter Zeitung” und ließ sich von den “Münchner Neuesten Nachrichten” anstellen.

Nach der sogenannten Machtergreifung Adolf Hitlers im Januar 1933 emigrierte Joseph Roth mit seiner damaligen Lebensgefährtin Andrea Manga Bell, der Tochter einer Hamburgerin und eines Kubaners, nach Paris, wo er für Exilzeitungen und -zeitschriften schrieb.
Von 1936 bis 1938 lebte er mit der Schriftstellerin Irmgard Keun zusammen. Continue reading

“Die unwürdige Greisin und andere Erzählungen” de Bertolt Brecht

Club de Lectura d’Alemany
Dilluns 12  a les 19’30h
“Die unwürdige Greisin und andere Erzählungen” de Bertolt Brecht

Avui dediquem el nostre club a una de les veus més crítiques de la literatura alemanya: Bertolt Brech. L’autor de L’òpera dels tres rals,  Terror y miseria del Tercer Reich i Madre Coraje y sus hijos ha estat un dels dramaturgs i poetes més influents del segle XX. Aquí teniu la fitxa que repartirem entre els assistents al club.

Der autor

bertoldEugen Berthold Friedrich Brecht wurde am 10.Februar 1898 in Augsburg (Bayern) als ältester Sohn einer wohlhabenden Familie geboren. Sein Vater war Direktor einer Papierfabrik.

Bertolt Brecht besuchte die Grundschule und das Gymnasium in Augsburg (1908-1917). Nach dem kriegsbedingten Notabitur studierte er Medizin in München, um dem Militärdienst zu entkommen, wurde aber 1918 als Sanitäter zum Dienst in einem Militär-Krankenhaus in Augsburg eingezogen. Schon damals bekannte er sich als Kriegsgegner. Er schloss Freundschaft mit Lion Feuchtwanger und Johannes R. Becher. Sein erstes Stück Baal entstand.
Während dieser Zeit lernte er Paula Banholzer kennen, die einen Sohn von ihm bekam, Frank (1919).

1920 Übersiedlung nach München. Freundschaft mit dem Komiker Karl Valentin. Brecht schreibt die vom Expressionismus beeinflussten Stücke Trommeln in der Nacht (1920) und Im Dickicht der Städte (1921).

1922 Reise nach Berlin, wo er Kontakt zu den literarischen Kreisen und dem Theater aufnahm. 1922 heiratete Brecht die Schauspielerin und Sängerin Marianne Zoff. Sie bekamen eine Tochter, Hanne (1923) und einen Sohn, Stefan (1924). 1927 lieβen sie sich scheiden. 1929 heiratete Brecht wieder, nämlich die Schauspielerin Helene Weigel, die ihn zeit seines Lebens begleitete und schließlich in Berlin mit ihrem Mann das „Berliner Ensemble“ gründete. Sie bekamen zusammen eine Tochter, Barbara.

1924 zog Brecht nach Berlin, wo er mit Carl Zuckmayer als Dramaturg im Deutschen Theater unter der Leitung von Max Reinhardt arbeitete. Er begann auch das Studium des Marxismus.

1927, mit 29 Jahren veröffentlichte er seine erste Sammlung von Gedichten: Die Hauspostille. Ein Jahr danach hatte er seinen ersten groβen Erfolg im Schiffbauerdammtheater: Die Dreigroschenoper, mit Musik von Kurt Weill. Es handelt sich um eine satirische Darstellung des Kapitalismus.
1927 schon hatte er Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, auch mit Kurt Weill als Komponisten, verfasst. Continue reading

“Arc de Triomphe” d’Erich Maria Remarque

Club de Lectura d’Alemany
Dilluns 13 de novembre a les 19’30h
“Arc de Triomphe” d’Erich Maria Remarque

Avui us parlarem d’aquest novel·la d’Erich Maria Remarque, autor que es deia en realitat Erich Paul Remark, publicada el 1945 i traduïda al castellà amb el títol d’Arco de triunfo (trad. Selma Pereyra de Calimani. Ediciones Peuser, Buenos Aires, 1950). Aquí teniu la fitxa amb les pautes de lectura que hem repartit entre els integrants del club:

remarqueErich Maria Remarque
Geb. 22.6.1898 in Osnabrück
Gest. 25.9.1970 in Locarno / Schweiz
https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Maria_Remarque
http://www.biografiasyvidas.com/biografia/r/remarque.htm
http://www.remarque-gesellschaft.de/ (Mit Fotos von der Villa in der Schweiz)

Er war einer der erfolgreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts und den Nazis vielleicht der verhassteste von allen „undeutschen“ Schriftstellern. Grund war sein pazifistischen Buch “Im Westen nichts Neues”. Wie so viele junge Männer seiner Zeit hatte er sich als Kriegsfreiwilliger gemeldet. Damals noch unter seinem bürgerlichen Namen Erich Paul Remark. Mit seinem 1929 vorgelegten Roman errang er Welterfolg. So desillusionierend hatte noch nie ein Autor den Krieg dargestellt. Bei der Premiere der Verfilmung von Lewis Milestone am 4.12.1930 in Berlin kam es zu ersten massiven Störungen durch nationalsozialistische SA-Schläger unter der Leitung des späteren Reichspropagandaministers Josef Goebbels. Wie Kurt Tucholsky floh Remarque bereits 1932 aus Deutschland, wo sich die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten längst abzeichnete. Remarque ging in die Schweiz. Bei den Bücherverbrennungen im Frühjahr 1933 waren es an erster Stelle die Exemplare des Anti-Kriegsromans von Remarque, die in mehr als 55 deutschen Städten ins Feuer geworfen wurden. Alle seine Werke wurden noch zur gleichen Zeit verboten. 1939, ein Jahr nachdem ihm die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt worden war, übersiedelte er in die USA, deren Pass er 1947 erhielt. In Hollywood hat er sich den Ruf eines Bonvivants und Autonarren erworben – vielleicht übertünchte er damit sein Gefühl der Entwurzelung, der Heimatlosigkeit: „Die ganze Heimat und das bisschen Vaterland, die trägt der Emigrant (…) an seinen Sohlen“. Schon 1932 hatte er seine Lebensstimmung mit den Worten notiert: „Vielleicht bin ich unglücklich, aber ich will es nicht wissen.“ Von 1937 bis 1940 verband Erich Maria Remarque eine leidenschaftlich-dramatische Liebesbeziehung mit der ebenfalls aus Nazi-Deutschland in die USA emigrierten Schauspielerin Marlene Dietrich1948 kehrte Remarque nach Europa zurück. 1970 starb er in seiner Wahlheimat Tessin Sein letzter Roman “Schatten im Paradies” erschien 1971 postum. Continue reading

Lectures del curs 2016-17

books-441866_960_720Ja tenim aquí el llistat dels llibres que es llegiran durant el proper curs 2016-17 als nostres quatre clubs de lectura. Us informem que les inscripcions tindran lloc el proper dilluns 19 de setembre a les 16h a la segona planta de la nostra biblioteca.

Club de Lectura d’Italià
8 de novembre. Il Viaggiatore notturno de Maurizio Maggiani
13 de desembre. Omero, Iliade d’Alessandro Baricco
10 de gener. Il Bell’Antonio de Vitaliano Brancati
7 de febrer. La Ragazza del secolo scorso de Rossana Rossanda
7 de març. La Concessione del telefono d’Andrea Camilleri
4 d’abril. L’Ultima provincia de Luisa Adorno
2 de maig. Passione di famiglia de Cristina Comencini
6 de juny. Il Gattopardo de Giuseppe Tomasi di Lampedusa

Club de Lectura d’Alemany
10 d’octubre. Sessió de presentació amb projecció
14 de novembre. Arc de Triomphe d’Erich Maria Remarque
12 de desembre. Die Unwürdige Greisin und andere Geschichten de Bertolt Brecht
9 de gener. Das Falsche Gewicht de Joseph Roth
13 de febrer. Kürzere Tage d’Anna Katharina Hahn
13 de març. Eine Hand voller sterne de Rafik Schami
3 d’abril. Schweigeminute de Siegfried Lenz
8 de maig. Lili Marleen de Rosa Sala Rose
12 de juny. Liebesarten d’Ulla Hahn

Club de Lectura Obert
24 d’octubre. Sessió de presentació
21 de novembre. En la Patagonia de Bruce Chatwin
12 de desembre. La hija del capitán de Alexandr Puskin
16 de gener. Tot se’n va en orris de Chinua Achebe
20 de febrer. Vida privada de Josep Maria Segarra
20 de març. El libro de un hombre solo de Gao Xingjang
24 d’abril. Mara i Dann de Doris Lessing
22 de maig. Un lugar incierto de Fred Vargas
19 de juny. Corazón tan blanco de Javier Marías

Club de Lectura de la Ciència a la Literatura
24 d’octubre. Sessió de presentació
28 de novembre. Cerebroflexia de David Bueno
19 de desembre. L’antropòleg innocent: notes des d’una cabana de fang de Nigel Barley
23 de gener. Matemáticas, espías y piratas de Juan Gómez Urgellés
27 de febrer. Galileo, Galilei de Bertolt Brecht
27 de març. El dimoni dels nombres de Hans Magnus Enzensberger
24 d’abril. La doble hélice: relato personal del descubrimiento de la estructura del ADN de James D. Watson
22 de maig. El curiós incident del gos a mitjanit de Mark Haddon
19 de juny. El perfum de Patrick Süskind

“Die Nacht von Lissabon” de Erich Maria Remarque

Club de Lectura d’Alemany
Dilluns 13 de juny a les 19’30h
“Die Nacht von Lissabon” de Erich Maria Remarque

Erich_Maria_Remarque1Avui dediquem la sessió del Club de Lectura d’Alemany del mes de juny a una obra de l’autor Erich Maria Remarque, història agredolça d’un amor que evoluciona cap a la humiliació. El relat explica les vivències d’un emigrant alemany i la seva dona durant la Segona Guerra Mundial i el seu periple per Europa fins arribar a Estats Units. Aquí teniu la fitxa de lectura que repartirem entre els assistents.

Biographie und Hintergrund

Geb. 22.6.1898 in Osnabrück
Gest. 25.9.1970 in Locarno / Schweiz

Er war einer der erfolgreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts und den Nazis und wahrscheinlich auch dem Weltkrieg-I-Teilnehmer Hitler vielleicht der verhassteste von allen „undeutschen“ Schriftstellern. Grund war sein pazifistischen Buch “Im Westen nichts Neues”.

Der Titel war dem täglichen Lagebericht von der Front entlehnt, an der sich die Soldaten in Schützengräben regelrecht einzementiert hatten und wo militärisch nichts Entscheidendes passierte. Wie so viele junge Männer seiner Zeit hatte er sich als Kriegsfreiwilliger gemeldet. Damals noch unter seinem bürgerlichen Namen Erich Paul Remark. Mit seinem 1929 vorgelegten Roman errang er Welterfremarque 1olg.

So desillusionierend hatte noch nie ein Autor den Krieg dargestellt. Bei der Premiere der Verfilmung von Lewis Milestone am 4.12.1930 in Berlin kam es zu ersten massiven Störungen durch nationalsozialistische SA-Schläger unter der Leitung des späteren Reichspropagandaministers Josef Goebbels.

Wie Kurt Tucholsky floh Remarque bereits 1932 aus Deutsch-land, wo sich die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten längst abzeichnete. Remarque ging in die Schweiz. Bei den Bücherverbrennungen im Frühjahr 1933 waren es an erster Stelle die Exemplare des Anti-Kriegsromans von Remarque, die in mehr remarque 2als 55 deutschen Städten ins Feuer geworfen wurden. Alle seine Werke wurden noch zur gleichen Zeit verboten.

Die Nachricht von den Bücherverbrennungen soll er mit Freunden bei einem Glas Wein in seiner italienischen Villa aufgenommen haben.

1939, ein Jahr nachdem ihm die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt worden war, übersiedelte er in die USA, deren Pass er 1947 erhielt.

remarque 3In Hollywood hat er sich den Ruf eines Bonvivants und Autonarren erworben – vielleicht übertünchte er damit sein Gefühl der Entwurzelung, der Heimatlosigkeit: „Die ganze Heimat und das bisschen Vaterland, die trägt der Emigrant (…) an seinen Sohlen“. Schon 1932 hatte er seine Lebensstimmung mit den Worten notiert: „Vielleicht bin ich unglücklich, aber ich will es nicht wissen.“ Von 1937 bis 1940 verband Erich Maria Remarque eine leidenschaftlich-dramatische Liebesbeziehung mit der ebenfalls aus Nazi-Deutschland in die USA emigrierten Schauspielerin Marlene Dietrich.

remarque 41948 kehrte Remarque nach Europa zurück

Der Dramatiker Rolf Hochhuth erinnerte in seiner Rede zum 50. Jahrestag der Bücherverbrennungen am 10. Mai 1983 in Wien an einen der schlimmsten Fälle von Sippenhaftung während des Dritten Reichs, an „Elfriede Scholz, die in Dresden ihrer Bemerkung wegen denunziert worden war, Hitler werde seinen Krieg verlieren. Man brachte sie nach Berlin vor den Präsidenten des sogenannten Volksgerichtshofes, der übrigens ein dichtender Intellektueller war, vor Dr. Roland Freisler, der einen Roman über Ulrich von Hutten veröffentlicht hat. Freisler – was auf mittelhochdeutsch: »Der Schreckliche« hieß – verurteilte in einem seiner Schnellverfahren die Frau wegen ihrer »defaitistischen« Vermutung zu einigen Jahren Zuchthaus.

Continue reading

“Lagerfeuer” de Julia Franck

Club de Lectura d’Alemany
Dilluns 9 de maig a les 19’30h
“Lagerfeuer” de Julia Franck

julia frankeAvui dediquem la sessió de maig del Club de Lectura d’Alemany a la novel·la “Lagerfeuer” (traduïda al castellà com a “Zona de tránsito”) de l’escriptora Julia Franck. Aquesta és la fitxa que repartirem entre els assistents al club:

Die autorin

„Julia Franck wurde 1970 in Berlin-Lichtenberg geboren. Sie hat eine eineiige Zwillingsschwester. Ihre Eltern sind die Schauspielerin Anna Katharina Franck und der Regisseur Jürgen Sehmisch. Julia Franck ist Enkelin der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger und Ururenkelin des Malers Philipp Franck. 1978 reiste Francks Mutter mit ihren vier Töchtern über das Notaufnahmelager Marienfelde aus und konnte nach neun Monaten nach Schleswig-Holstein in die Nähe von Rendsburg ziehen.

Dort besuchte Julia Franck einige Jahre die Freie Waldorfschule. Ab 1983 lebte sie bei Freunden in Berlin und holte 1991 das Abitur nach. In ihrer offiziellen Biografie hebt sie hervor, dass sie neben dem Studium der Fächer Jura, Altamerikanistik, Neuere deutsche Literatur und Philosophie an der FU Berlin sieben lange Jahre als Putzfrau, zehn kurze Jahre als Kindermädchen, drei nicht zu verachtende Jahre als Kellnerin, sowie als Hilfsschwester, Phonotypistin, wissenschaftliche Hilfskraft an der Freien Universität und auch als freie Mitarbeiterin für das Radio und verschiedene Zeitungen gearbeitet habe. Unter anderem war sie Regieassistentin in der Abteilung Feature/Hörfunk beim Sender Freies Berlin.

Continue reading

“Die Erfindung der Currywurst” de Uwe Timm

Club de Lectura d’Alemany
Dilluns 11 d’abril a les 19’30h
“Die Erfindung der Currywurst” de Uwe Timm

autor_107Avui dediquem la sessió del Club de Lectura d’Alemany del mes d’abril a una obra de l’autor alemany Uwe Timm que en castellà es va traduir com “La invención de la salchicha al curry”, una curiosa història d’amor ambientada en l’Alemanya de 1945. Aquí teniu la fitxa de lectura que repartirem entre els assistents.

Der Autor – Biografie

Uwe Timm wurde 1940 in Hamburg geboren. Er war der Nachzügler in der Familie und stand bei seinem autoritären Vater im Schatten des 16 Jahre älteren Bruders Karl-Heinz, der sich freiwillig zur SS-Totenkopfdivision meldete und 1943 in einem Lazarett in der Ukraine starb. In seiner autobiografischen Erzählung “Am Beispiel meines Bruders” (2003) unternahm Uwe Timm Jahrzehnte später den Versuch einer literarischen Annäherung an Bruder und Vater.

Geschichten faszinierten Uwe Timm von klein auf: Er lauschte dem “Seemannsgarn” seines Großvaters, einem Kapitän, schlich immer wieder zu seiner Tante ins Hafenviertel, in deren Küche sich Leute aus dem Rotlichtmilieu trafen, und schrieb schon als Schuljunge eigene Geschichten. Er machte eine Kürschnerlehre, die Prüfung bestand er mit Auszeichnung. Nach dem Tod des Vaters leitete er 3 Jahre lang das Kürschnergeschäft, machte dann am Braunschweig-Kolleg sein Abitur und studierte in München und Paris Philosophie und Germanistik.

Er promovierte mit einer Arbeit über Albert Camus. Anschließend studierte er Soziologie und Volkswirtschaftslehre. Den Aufbruch Ende der sechziger Jahre erlebte Uwe Timm als Student aktiv mit – und setzte der Studentenrevolte mit seinem ersten Roman “Heißer Sommer” (1974) ein literarisches Denkmal. Uwe Timm gehört zu den wichtigsten Vertretern der 68er-Generation, die Aufarbeitung dieser Zeit zieht sich durch sein gesamtes Werk.

In dem Roman “Kerbels Flucht” (1980) zerbricht ein Münchner Student und Taxifahrer an der Gesellschaft, und in “Rot” (2001) lässt Uwe Timm 30 Jahre jüngste deutsche Geschichte Revue passieren.

Continue reading

“Nathan und seine Kinder” de Miriam Pressler

Club de Lectura d’Alemany
Dilluns 14 de març a les 19’30h
“Nathan und seine Kinder” de Miriam Pressler

csm_miriamPressler_969499c740Avui dediquem la sessió de març del Club de Lectura d’Alemany a una escriptora que va debutar el 1980 amb “Bitterschokolade“ (traduït aquí com a Chocolate amargo). Aquesta és la fitxa que repartirem entre els assistents al club:

Die Autorin

Mirijam Pressler wurde 1940 während des Kriegs in Darmstadt als uneheliche Tochter einer Jüdin geboren und wuchs bei Pflegeeltern und im Kinderheim auf. Nach dem Abitur studierte sie an der Hochschule für bildende Künste in Frankfurt am Main und verbrachte ein Jahr in einem Kibbuz in Israel. Aus der Ehe mit einem Israeli, die jedoch scheiterte, gingen drei Töchter hervor. 1970 kehrte Mirjam Pressler nach München zurück. Als der Vermieter ihr das Lokals ihres Jeanslladens kündigte, begann sie aus Existenznot zu schreiben. Seither lebt sie als freie Schriftstellerin und Übersetzerin bei München.

Sie gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Kinderbuchautorinnen, schreibt aber auch Bücher für Erwachsene. Als Übersetzerin übertrug sie mehr als 300 Titel aus dem Hebräischen, dem Englischen und dem Niederländischen ins Deutsche, darunter Werke von Anton Quintana, Uri Orlev, Amos Oz oder Zeruya Shalev. Als ein Hauptwerk gilt die von ihr übertragene Kritische Werkausgabe der Tagebücher von Anne Frank.
Continue reading

“Wir töten Stella” de Marlen Haushofer

Club de Lectura d’Alemany
Dilluns 15 de febrer a les 19’30h
“Wir töten Stella” de Marlen Haushofer

Avui dediquem la sessió del Club de Lectura d’Alemany del mes de febrer a una obra de l’autora austríaca Marlen Haushofer (1920-1970) que en castellà es va traduir com Nosotros matamos a Estela i que parla de la mort d’una jove de 19 anys en el context d’una família burgesa a l’Aústria de postguerra. Aquí teniu la fitxa de lectura que repartirem entre els assistents.

Die Autorinmarlen_haushofer
Marlen (eigentlich: Marie Helene) Haushofer wurde am 11. April 1920 in Frauenstein bei Steyr, Oberösterreich, geboren. Ihr Vater Heinrich Frauendorfer war Revierförster, ihre Mutter Maria Kammerzofe bei einer Angehörigen des Hochadels. Im Alter von vier Jahren bekam Marlen einen Bruder (Rudolf Frauendorfer). Zu ihm hatte sie zeitlebens ein inniges Verhältnis.

Die Eltern schickten Marlen 1930 in ein Internat der Ursulinen in Linz. Im März 1938 legte sie das Abitur (Matura) ab. Das im Januar 1940 in Wien begonnene Germanistik-Studium brach sie im Sommer 1941 ab.
Am 31. Juli 1941 gebar sie nämlich einen Sohn. Der Vater war vermutlich ein deutscher Medizinstudent, den Marlen Frauendorfer 1939 während des Arbeitsdienstes in Ostpreußen kennen gelernt hatte. Die ledige Mutter vertraute ihr Kind zunächst einer Freundin in Herrsching an.

Im November 1941 heiratete sie den Studenten Manfred Haushofer, und am 27. März 1943 brachte Marlen Haushofer ihren zweiten Sohn zur Welt, der den Namen Manfred erhielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg holte sie auch den ersten Sohn Christian zu sich. Manfred Haushofer eröffnete 1947 in Graz eine Zahnarzt-Praxis, in der Marlen als Sprechstundenhilfe mitarbeitete.

Das Ehepaar ließ sich im Juni 1950 scheiden, doch acht Jahre später heirateten Manfred und Marlen Haushofer noch einmal. Zu dem Zeitpunkt entstand die Erzählung „Wir töten Stella“.

Continue reading

” Die gerettete Zunge” d’Elias Canetti

Club de Lectura d’Alemany
Dilluns 18 de gener a les 19’30h
” Die gerettete Zunge” d’Elias Canetti
canettiLa primera sessió del Club de Lectura d’Alemany de l’any la dediquem a Elias Canetti, guanyador del Premi Nobel de Litetaura l’any 1981. Aquí teniu la fitxa que repartirem entre els participants del club. Recordeu que a la biblioteca tenim disponibles totes aquestes obres creades per aquest autor provinent d’una família d’origen sefardí.

Der Autor

Elias Canetti (1905-1994) wurde am 25. Juli 1905 als Sohn des wohlhabenden Kaufmanns Jacques Canetti und dessen Ehefrau Mathilde (geb. Arditi) in der Donaustadt Rustschuk in Bulgarien geboren. Seine Eltern hatten türkische Pässe, waren aber sephardische Juden (Spaniolen).

Als Elias Canetti sechs Jahre alt war, zogen seine Eltern mit ihm und seinen beiden jüngeren Brüdern nach Manchester. Dort lernte er nach seiner Muttersprache – einem mittelalterlichen Spanisch, das sich unter den Juden jahrhundertelang erhalten hatte – Englisch und Französisch. 1912 erlag sein Vater im Alter von einunddreißig Jahren unerwartet einem Herzschlag. Die junge Witwe zog mit ihren Söhnen nach Wien, wo Elias Canetti auch noch Deutsch lernte – die Sprache, in der er später seine Werke schrieb –, dann in die Schweiz (1916 – 1921) und nach Deutschland (1921 – 1924).

Ab 1924 lebte Elias Canetti wieder in Wien, während seine Mutter mit ihren beiden anderen Söhnen nach Frankreich zog. Die Sommerferien 1928 verbrachte er in Berlin bei dem Verleger Wieland Herzfelde (Malik-Verlag), für den er Übersetzungen schrieb. Zurück ihn Wien, schloss er sein Chemiestudium ab und promovierte 1929.

1934 heiratete Elias Canetti Veza Taubner-Calderon, mit der er bereits seit zehn Jahren befreundet war. Der “Anschluss” Österreichs an das Deutsche Reich zwang das staatenlose Ehepaar, im Winter 1938/39 über Frankreich nach England zu emigrieren.

Veza und Elias Canetti hatten zumeist getrennte Wohnungen und führten eine ungewöhnlich liberale Ehe. Veza Canetti wusste durchaus Bescheid über die Geliebten ihres Ehemanns: die Schriftstellerin Anna Sebastian (eigentlich: Frieda Benedikt), die Malerin Marie-Louise von Motesiczky, die Schriftstellerin Iris Murdoch u. a.

1952 erhielt Elias Canetti die britische Staatsangehörigkeit. Als Begleiter eines Filmteams reiste er 1954 für einige Wochen nach Marrakesch.

Veza Canetti starb1963. Acht Jahre später vermählte Elias Canetti sich mit Hera Buschor. Im Jahr darauf kam seine Tochter Johanna zur Welt.

1981 wurde Elias Canetti mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

In den Siebziger- und Achtzigerjahren lebte er zunächst zeitweise und dann ganz in Zürich. Dort starb er am 14. August 1994 im Alter von neunundachtzig Jahren.

Continue reading