“Das falsche Gewicht” de Joseph Roth

Club de Lectura d’Alemany
Dilluns 9 de novembre a les 19’30h
“Das falsche Gewicht” de Joseph Roth

La primera lectura de l’any del nostre Club de Lectura d’Alemany és la novel·la de Joseph Roth titulada El pes fals/El peso falso, editada en castellà per Siruela (2003) i en català per Edició la Guineu (2005). Aquí teniu la fitxa de lectura que hem repartit entre els integrants del club.

rothDer Autor
Moses Joseph Roth wurde am 2. September 1894 als Sohn des Holz- und Getreidehändlers Nachum Roth und dessen Frau Maria in Brody bei Lemberg (Lwiw) geboren. Die galizische Stadt gehörte damals zur Habsburger Doppelmonarchie. Der Vater kehrte noch vor der Geburt seines Sohnes nicht von einer Geschäftsreise zurück. Nach dem Abitur in Brody immatrikulierte Joseph Roth sich 1913 für ein Germanistikstudium an der Universität Lemberg und wechselte im Jahr darauf zur Universität Wien.

Im August 1916 kam er zum Militär, wurde aber 1917 zum Pressedienst versetzt. Sein wegen des Krieges abgebrochenes Germanistikstudium nahm Joseph Roth auch nach dem Ersten Weltkrieg nicht wieder auf. Stattdessen wurde er Journalist, zunächst bei der Wiener Zeitung “Der Neue Tag” und 1920 für verschiedene Zeitungen in Berlin. Am 5. März 1922 vermählte Joseph Roth sich mit der Wienerin Friederike Reichler. Mit ihr kehrte er 1923 nach Wien zurück und schrieb auch dort für mehrere Zeitungen. Als Feuilletonkorrespondent der “Frankfurter Zeitung” ging er 1925 nach Paris. Weil er diese begehrte Aufgabe 1926 an Friedrich Sieburg abtreten musste, entschädigte ihn die Zeitung mit einer Reportage-Reise durch die Sowjetunion. Danach wendet er sich vom Sozialismus ab.
Friederike erkrankte 1928 an Schizophrenie und musste in eine Nervenheilanstalt eingewiesen werden. (Sie wurde 1940 von den Nationalsozialisten ermordet.) Der Schicksalsschlag warf auch Joseph Roth aus der Bahn, und vermutlich begann in dieser Zeit seine Alkoholabhängigkeit.

1929 kündigte Joseph Roth bei der “Frankfurter Zeitung” und ließ sich von den “Münchner Neuesten Nachrichten” anstellen.

Nach der sogenannten Machtergreifung Adolf Hitlers im Januar 1933 emigrierte Joseph Roth mit seiner damaligen Lebensgefährtin Andrea Manga Bell, der Tochter einer Hamburgerin und eines Kubaners, nach Paris, wo er für Exilzeitungen und -zeitschriften schrieb.
Von 1936 bis 1938 lebte er mit der Schriftstellerin Irmgard Keun zusammen.

Joseph Roth war nicht nur einer der bekanntesten Journalisten der Zwanzigerjahre, sondern er ging darüber hinaus als Chronist des Zerfalls der k. u. k. Monarchie in die Literaturgeschichte ein. In mehreren Romanen ging es ihm um Menschen, die ihre Heimat und damit auch die Orientierung verloren haben.

Seit längerer Zeit (alkohol-)krank und verarmt, erlag Joseph Roth am 27. Mai 1939 im Hôpital Necker in Paris einer Lungenentzündung. Beigesetzt wurde er auf dem Cimetière Thiais südöstlich von Paris.

Bibliografie (Auswahl)
• Der Vorzugsschüler (Novelle, gekürzte Fassung 1916, vollständig: 1973)
• Das Spinnennetz (Roman, Vorabdruck: 1923, Buchausgabe: 1967)
• Hotel Savoy (Roman, 1924)
• Die Rebellion (Roman, 1924)
• Juden auf Wanderschaft (Essay, 1927)
• Die Flucht ohne Ende (Roman, 1927)
• Rechts und Links (Roman, 1929)
• Der stumme Prophet (Roman, Fragment: 1929, vollständig: 1966)
• Hiob (Roman, 1930)
• Radetzkymarsch (Roman, 1932)
• Stationschef Fallmerayer (Erzählung, 1933)
• Das falsche Gewicht (Roman, 1937)
• Die Kapuzinergruft (Roman, 1938)
• Die Legende vom heiligen Trinker, 1939
(http://www.dieterwunderlich.de/Joseph_Roth.htm. Mehr Informationen: Joseph Roth-Homepage: http://www.josephroth.de/)
In youtube finden sich einige Videos mit Porträts des Schriftstellers. Z. B. https://www.youtube.com/watch?v=6w7XadwJaAs

Zum Roman
Seiner Frau Regina zuliebe quittiert der Eichmeisters Eibenschütz seinen Dienst bei der Armee und zieht mit ihr an die russische Grenze, den östlichen Rand der ehemaligen k. u. k.- Monarchie. Aber das Grenzgebiet ist eine düstere, eine “giftige Gegend”, in der die Gesetze des Staates keine Gültigkeit zu haben scheinen:

Denn die Leute in dieser Gegend betrachteten alle jene, welche die Forderungen an Recht, Gesetz, Gerechtigkeit und Staat unerbittlich vertraten, als geborene Feinde. Sie wogen in der Hand und sie maßen mit dem Aug. Es war keine günstige Gegend für einen staatlichen Eichmeister.
Der Besitzer der Grenzschenke, Leibusch Jadlowker, verfertigt falsche Gewichte, beherbergt Diebe und Landstreicher und sieht den neuen Eichmeister als Feind an, als der einige Kaufleute vor Gericht bringt.
Doch es kommt noch schlimmer für den braven und rechtschaffenen Eibenschütz. Er erfährt, dass ihn seine Frau hintergeht und von seinem Schreiber Nowak ein Kind erwartet. In seiner Verzweiflung sucht Eibenschütz in der Grenzschenke die Nähe zur schönen Zigeunerin Euphemia Nikitsch, die auch die Geliebte Jadlowkers ist, und verfällt ihrem Zauber bis zur völligen Unterwerfung. Um mit Euphemia Liebe und Glückseligkeit zu genießen, vernachlässigt Eibenschütz seinen Dienst als Prüfer. Der steigende Alkoholkonsum führt den Eichmeister dazu, dass er Gesetz und Gewissen mit einer irrealen Wahnwelt vertauscht.

Aber ein alter Geliebter der Zigeunerin, der Maronibrater (Maroni ist der österreichische Name für Esskastanien) Konstantin Sameschkin aus Uchna, kommt im Herbst mit Säcken voller Kastanien daher und macht ältere Rechte auf Euphemia geltend. Eibenschütz bleibt allein in der Schenke zurück.
Die Cholera bricht aus, seine Frau und das Kind gehören zu den zahleichen Opfern. Doch auch Eibenschütz wird ein brutales Ende erleiden.
(Verfilmung des Romans 1971 durch Bernhard Wicki. )

MÖGLICHE GESPRÄCHSTHEMEN

Die Figur des Eichmeisters. Wäre sein Untergang vermeidbar gewesen? Ist er eine tragische Figur?

Der Schauplatz: Sucht die beschriebene Region (“Zlotogrod”auf einer Karte. Es handelt sich um einen Ort in Galizien, wo Roth geboren wurde). Wie wird das Leben an der Grenze charakterisiert? Was macht die Gegend so “giftig?

Wie konfrontiert der Eichmeister die Fremde?

Joseph Roth wird oft als “Chronist der österreichischen Monarchie” angesehen. Der Roman entstand 1937 im Pariser Exil, also Lange nach dem Ende dieser Monarchie. Gibt es Hinweise im Buch auf den politischen Verfall?

Die Männerfiguren und Eibenschütz’ Beziehung zu ihnen

Die Frauenfiguren in einer Männergesellschaft

Die Ambivalenz von Joseph Roths Beschreibungen

Der Gegensatz von Gesetz und Leidenschaft

Das Motiv der Einsamkeit

Erzählerische Mittel. Welche fallen euch auf? Habt ihr prägnante Sätze gefunden?

Beziehungen zur Aktualität:
Die Ostgrenze Europas, lange Zeit hinter dem „Eisernen Vorhang“ und damit aus unserem Blickwinkel verschwunden,hat neuerdings wieder große Bedeutung gewonnen – erstaunlicherweise unter ganz ähnlichenBedingungen wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wie zu Joseph Roths Zeiten scheint sich dort eine Welt der Schleuser und Schmuggler zu entfalten, in der sich staatliche Ordnung nur bedingt durchsetzen lässt.
Es gibt Menschen, die in diesen Verhältnissen aufsteigen und andere, die ihnen zum Opfer fallen. Es gibt Armut,Unsicherheit, es gibt Alkoholismus und Drogensucht, Verbrechen und Korruption. Auch die Idee einer multinationalen und multiethnischen Gesellschaft, damals unter dem Leitbild einer christlich-katholischen Monarchie allerdings ganz anders angelegt, wird heute wieder so kontrovers diskutiert wie vor hundert Jahren.

LECTURES PARAL·LELES

Wilhelm von Sternburg: Joseph Roth. Eine Biographie. Köln: Kiepenheuer & Witsch, broschierte Ausgabe 2010.

Soma Morgenstern: Joseph Roths Flucht und Ende. Erinnerungen (als Taschenbuch:KiWi 1044, 2008). Versió castellana de Eduardo Gil Bera: Huida y fin de Joseph Roth: recuerdos. Editorial Pre-Textos, 1999.

Olga García García: Joseph Roth 1894 – 1939 (Monografía). Ediciones del Orto, 2008.

Claudio Magris: Lejos de donde : Joseph Roth y la tradición hebráico-oriental. Trad. de Pedro Luis Ladrón de Guevara Mellado, Eunsa, Publicaciones Universidad de Navarra, 2002.

mapa

Die k.u.k Monarchie 1909
http://www.mlorenz.at/images/militaerterritorialeinteilung_1909_gross.jpg

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